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  • Mondschein-Immobilien und interstellare Anwaltsdrohungen — oder: Warum ich keine Grundstücke auf Vulkan verkaufe

    Mondschein-Immobilien und interstellare Anwaltsdrohungen — oder: Warum ich keine Grundstücke auf Vulkan verkaufe

    Es gibt Menschen, die haben Ideen, die so absurd sind, dass man ihnen einfach seinen Hut ziehen muss. Dennis Hope ist so ein Mensch.

    1980, arbeitslos und mit viel Zeit zum Nachdenken, schaut er aus dem Fenster und sieht das größte unbebaute Grundstück der Menschheitsgeschichte: den Mond. Er erinnert sich an einen Punkt aus dem Völkerrecht — der UN-Weltraumvertrag von 1967 besagt, dass kein Staat den Mond besitzen darf. Über Privatpersonen: kein Wort.

    Also geht er zur zuständigen Behörde in San Francisco, meldet seinen Anspruch auf den Mond an — sowie alle anderen Planeten des Sonnensystems, außer der Erde und der Sonne, die er gnädigerweise frei ließ — und schickt anschließend Briefe an die UNO und die Sowjetunion, um sie über sein neues Eigentum zu informieren. Da beide nicht antworteten, wertete Hope das als stillschweigende Zustimmung.

    Er begann, Mondgrundstücke für 20 Dollar pro Acre zu verkaufen — zunächst in Kneipen, später im Internet. Heute hat die Lunar Embassy über 6 Millionen Kunden in 190 Ländern, hat über 611 Millionen Acres Mond verkauft, und Dennis Hope hat damit mindestens 12 Millionen Dollar verdient. Zu seinen Kunden zählen angeblich drei US-Präsidenten, Tom Cruise und die Hotelketten Hilton und Marriott. Die Gerichte in Deutschland und Schweden haben versucht, ihn zu belangen — und aufgegeben, weil niemand wirklich wusste, welches Gericht für Mondgrundstücke zuständig ist. China hat ihn kurzerhand verboten — mit der Begründung „Profitgier und Wahnsinn“. Ein Kompliment, wenn man mich fragt.

    Natürlich hat mich das inspiriert.

    Warum den echten Mond verkaufen, wenn man die legendärsten Planeten der Galaxie anbieten kann? Vulkan — ruhig, logisch, perfekt für minimalistische Architektur. Romulus — für den geneigten Investor mit Sinn für dramatische Ästhetik. Betazed — für Empfeten, die die perfekte Wohnnachbarschaft suchen. Qo’noS — für alle, die ihren Garten mit Ehre verteidigen wollen.

    Ich schrieb also einen netten Brief an Paramount Skydance Corporation — die aktuellen Rechteinhaber des Star Trek Universums nach ihrer Fusion 2025 — und schilderte mein Geschäftsmodell.

    Die Antwort kam schneller als erwartet.

    Sie war höflich. Fast schon herzlich. Und enthielt in der gleichen Mail sowohl eine freundliche Absage als auch den unmissverständlichen Hinweis, dass ihre Anwälte sehr, sehr beschäftigt sind — und es ihnen eine Freude wäre, mich mit eben jener Beschäftigung zu betrauen, sollte ich die Idee weiterverfolgen.

    Dennis Hope konnte den Mond beanspruchen, weil niemand ihn beansprucht hatte. Vulkan hingegen gehört jemandem. Und dieser jemand hat sehr gute Anwälte.

    Ich verkaufe also stattdessen lieber Grundstücke auf echten Planeten — die, für die sich die Juristen dieser Welt noch nicht zuständig fühlen. Und wenn Sie Dennis Hope kennen: Sagen Sie ihm, ich bewundere ihn von ganzem Herzen.


    Grundstück sichern, solange noch niemand beansprucht hat

    Ich verkaufe also Grundstücke auf Mond, Mars, Titan, Europa und einem Dutzend weiterer Himmelskörper — günstiger als Mondland, günstiger als Lunar Embassy, mit Urkunde und offiziellem Siegel.

    Und weil man bei Weltraumimmobilien nie weiß: Es gibt auch eine Versicherung gegen Enteignung durch NASA, SpaceX oder außerirdische Zivilisationen. Ernsthaft.

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  • Ich habe einfach um Geld gebeten – und zwei Zeitungen lehnten mich ab

    Ich habe einfach um Geld gebeten – und zwei Zeitungen lehnten mich ab

    Ich habe einfach um Geld gebeten – und zwei Zeitungen lehnten mich ab

    Es war eine dieser Ideen, die nachts um 2 Uhr kommen und morgens immer noch gut klingen. Ich wollte eine Kleinanzeige schalten. Kein Gebrauchtwagen, kein Sofa, keine Nachhilfestunden. Nur ein einfacher Text: Bitte schickt mir Geld. Mit meiner IBAN darunter. Das war alles.

    Kein Versprechen, keine Gegenleistung, keine Lotterie. Nur eine ehrliche Bitte.

    Die Idee dahinter war so simpel wie verblüffend: Wenn Tausende Menschen diese Anzeige sehen und nur ein Prozent davon einen Euro überweist – rechne selbst.

    Der Versuch

    Ich kontaktierte zwei lokale Anzeigenblätter. Freundlich, sachlich, mit vollständigem Anzeigentext. Die Reaktionen kamen schnell – und beide sagten dasselbe: Sowas machen wir nicht.

    Keine rechtliche Begründung. Kein Verweis auf Vorschriften. Einfach: Nein.

    Das Ironische daran: Rechtlich gesehen ist diese Anzeige absolut einwandfrei. In Deutschland ist es vollkommen legal, andere Menschen um Geld zu bitten – solange man nichts verspricht, was man nicht halten kann. Kein Betrug, keine Täuschung, keine unerlaubte Einsammlung von Geldern. Eine schlichte Bitte ist eine schlichte Bitte.

    Die Zeitungen haben schlicht Angst vor dem Ungewöhnlichen.

    Was man daraus lernt

    Die Ablehnung war eigentlich das Interessanteste an der ganzen Geschichte. Denn sie zeigt etwas Fundamentales: Die meisten Menschen und Institutionen reagieren auf ungewöhnliche Ideen mit Ablehnung – nicht weil sie falsch oder illegal sind, sondern weil sie ungewohnt sind.

    Dabei ist Geld erbitten eine der ältesten menschlichen Praktiken. Kirchen machen es seit Jahrhunderten. Crowdfunding-Plattformen haben ein Milliarden-Business daraus gebaut. Und zahlreiche Musiker, Künstler und Creator leben davon, dass ihre Fans ihnen einfach Geld schicken – ohne konkrete Gegenleistung.

    Der einzige Unterschied: Sie haben eine Geschichte drumherum gebaut. Eine Marke. Einen Kontext.

    Das Fazit mit Augenzwinkern

    Diese Seite ist mein zweiter Versuch. Statt einer nüchternen Kleinanzeige gibt es jetzt einen ganzen Blog voller Ideen, die nach nichts klingen – aber funktionieren könnten. Reich mit Scheiß eben.

    Die IBAN kommt übrigens noch. Ihr werdet schon sehen wo.

    Hast du auch eine Scheiß-Idee, die eigentlich genial ist? Schreib uns – wir sind immer auf der Suche nach dem nächsten großen Ding, das keiner ernst nimmt.