An der Wall Street haben manche Trader einen zusätzlichen Monitor aufgestellt. Nicht für Bloomberg. Nicht für Reuters. Für Truth Social.
Der Grund ist simpel: Wenn Donald Trump postet, bewegen sich Märkte. Zölle werden verhängt, Deals werden angedeutet, Länder werden beleidigt — und wer zwei Sekunden früher liest als der Rest, hat einen Vorteil. Anthony Scaramucci, ehemaliger Trump-Kommunikationsdirektor und heutiger Investor, hat das im Podcast The Rest is Politics bestätigt: Mit Trump lässt sich Geld verdienen.
Nur eben nicht so, wie Trump es sich vorstellt.
Der Unterschied zwischen Trading ON Trump und Trading WITH Trump
Trading ON Trump bedeutet: Du liest seinen Post, erkennst die Implikation, handelst bevor der Markt reagiert. Funktioniert. Die Methode hat keine Moral, aber eine nachvollziehbare Logik.
Trading WITH Trump bedeutet: Du kaufst $TRUMP (den Meme Coin), DJT (die Truth-Social-Aktie), Trump NFTs oder eines der diversen anderen Finanzprodukte, die seinen Namen tragen. Die Performance dieser Produkte ist dokumentiert. Die Dokumentation ist deprimierend.
$TRUMP startete bei etwa 75 Dollar, fiel auf unter 10, stieg kurz wieder, fiel wieder. DJT — die Aktie von Trump Media & Technology Group — hat seit dem Allzeithoch mehr als 70% verloren. Die NFT-Kollektion „Trump Digital Trading Cards“ ist heute ungefähr das wert, was man für einen echten Sammelkarten-Flohmarkt zahlen würde: wenig.
Die Lektion
Trump ist als Marktsignal nützlich. Als Finanzprodukt ist er teuer.
Das Prinzip ist nicht neu. Auch bei anderen Themen gilt: Wer das Chaos versteht, kann davon profitieren. Wer direkt ins Chaos investiert, verliert meistens Geld und manchmal auch die Fassung.
Die klügsten Leute im Raum schauen zu und handeln. Die Unvorsichtigen kaufen das Produkt.
Wir empfehlen: zuschauen. Und vielleicht dabei einen Kaffee trinken.


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